Iceland Roadrip | Part 1

9/18/2017


Über 3000km später und mit fast 100GB Fotos im Gepäck sind Viviane und ich wieder gut aus Island heim gekommen. Noch im letzten Jahr hatten wir den Trip gebucht und nach monatelangem Warten war es im August dann endlich soweit: es ging los nach Island! Nach fast 4 Stunden Flug sind wir problemlos in Reykjavik gelandet und Island hat uns gleich mit einem Sommertag aus dem Bilderbuch begrüßt - 11°C und Sonne mit Wolken. Nachdem wir von einem Mitarbeiter von Lagoon Car Rental am Flughafen abgeholt wurden und allen Papierkram erledigt hatten ging es dann also erstmal los. Unser erstes Ziel: ein Supermarkt. Wir also ohne groß nachzudenken eingekauft was wir für die nächsten Tage so alles brauchen würden, an der Kasse dann der Schock. Für unseren mittelgroßen Einkauf haben wir fast 80€ liegen lassen, in Deutschland hätten wir maximal die Hälfte gezahlt. Mir war bereits zu Ohren gekommen, dass Island teuer ist, aber diese Ausmaße habe ich nicht erwartet. Am Anfang sind wir von allem begeistert, den Farben, dem Wasser, den Wolken und jedem Schaf. Irgendwann gehört das alles zum Landschaftsbild dazu und man ist so 'oh, ein Wasserfall' und fährt weiter. Um Masha Sedgwick zu zitieren, in Island plätschert es gefühlt aus jedem Loch.
Ich habe entschieden Island in drei Posts aufzuteilen, hier in Teil 1 lest ihr über die Süd/Südostküste mit vielen Wasserfällen, schwarzen Stränden, den rot/grünen Bergen von Landmannalaugar und zuletzt die Fotos der Eisberge in der Gletscherlagune Jökulsarlon. 

EN // 3000km later and with almost 100GB pictures Viviane and I got back home from Iceland. We already booked the trip last year and after waiting for months it was finally there! After a 4h flight we arrived in Reykjavik and Iceland welcomed us with a perfect (icelandic) summer day: sun and 11°C. After we were picked up by someone from Lagoon Car Rental and we got our car, we were ready to start. Our first stop: a supermarket. It was a first little shock when we paying, in Germany you would have payed just half the price. We heard before that everything is more expensive in Iceland, but we didn't expect that. The first days, we were excited about everything, the colors, the water, the clouds and every sheep. But at some point it's 'normal' and just a part of the landscape.
I decided to divide Iceland in three posts, here in part one you can read about the south/south-east coast with a lot of waterfalls, black beaches, the red/green mountains of Landmannalaugar and last the icebergs at the glacier lagoon Jökulsarlon.




TAG 2 // Die ersten drei Nächte haben wir im Süden der Insel, in Hvollsvöllur verbracht. Gleich am nächsten Tag hatten wir ein strammes Programm, wir wollten die beiden wohl bekanntesten Wasserfälle anschauen, zum Flugzeugwrack und nach Thorsmörk - ganz wie Touristen halt. Wir also in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett (dank des Sommers war es schon ewig hell) und hoch motiviert los zum ersten Wasserfall. Dank unseres guten Zeitplans sind wir so ziemlich die einzigen am Seljalandsfoss. Island interessiert sich aber nicht für unsere High-Tech Regenjacken oder Funktionshosen, nach 10 Minuten sind wir, inklusive Kameras, klatschnass. Etwas weniger motiviert geht es dann weiter zum Skogafoss und da wir von Wasser erstmal genug haben gehen wir nicht direkt unten zum Wasserfall, sondern auf die Platform nach oben. Hier merkt man jetzt auch deutlich, dass Hochsaison ist. Mittlerweile sind etliche Reisebusse und andere Touristen unterwegs.

Unser dritter Stopp ist das 'Instagram Flugzeug', wie wir es nennen. Ein Flugzeugwrack von 1973 welches sich in den letzten Jahren kurioserweise als beliebtes Ziel etabliert hat. Natürlich wollen wir auch mal gucken was daran so toll sein soll. Also machen sich Viviane und Anna, immer noch ein bisschen feucht, auf einen endlosen, 4 km langen Fußmarsch welcher den Parkplatz vom Flugzeug trennt. Jetzt wissen wir auch wie lang 4 km sind. Nämlich verdammt lang. Beim Flugzeug angekommen, tritt Ernüchterung ein. Natürlich sind auch andere Leute da und ein paar amerikanische Teenies meinen auf dem Flugzeug eine Sit-In Party veranstalten zu müssen und mit ihren Müttern zu facetimen während gefühlt 20 Leute drumrum warten bis die Damen endlich fertig sind. Jeder will schließlich ein Foto ohne Brandy Melville tragende Justin Bieber Fans haben.

Anschließend geht es weiter Richtung Thorsmörk und den Vulcano Huts, ein endlos langes Tal am Fuß des Eyjafjallajökull (dieser Vulkan der 2010 den europäischen Flugverkehr lahm legte). Hier haben wir unsere erste Begegnung mit den berüchtigten F-Roads. Das ist eine Straßenart in Island welche ausschließlich mit Allrad Fahrzeugen befahren werden darf und welche von gut geschotterter Straße bis Flußdurchquerungen alles bedeuten kann. Am Anfang geht es noch, dann müssen wir einen Fluss nach dem anderen durchqueren und irgendwann kommt dann ein zu großer und tiefer Fluss und wir wollen es nicht riskieren. Also parken wir und starten von dort eine kleine Wanderung.Man kann aber auch von hier nahe an den Gletscher laufen und hat einen tollen Ausblick über das Tal. Für das nächste Mal würden wir definitv eine Tour buchen, so muss man sich keine Sorgen um die ganzen Flüsse und Straßen machen. Ok und die Busfahrer haben uns auch ein wenig beeindruckt, die sind durch jeden Fluss geheizt wie noch was.


EN
DAY 2 // We spend the first three nights in the southern part of Iceland, in Hvollsvöllur. We have a tight schedule for our first day. The two most famous waterfalls, a plane wreck and Thorsmörk are on our list. So we're getting up way too early to be the first ones at the waterfall (Seljalandsfoss). But Iceland wasn't interested in our high-tech-jackets or hiking trousers at all, after 10mins we were wet all over, cameras included. With a little less motivation we continue to our next stop, another waterfall. But we have enough of water so we just walk up to a platform to see the waterfall. By this time you feel that it's high season, the first busses and other tourists arrive.

Our third stop is the (we call it) 'Instagram plane'. A plane wreck from 1973 which curiously turned into one of the most visited spot in Iceland. Of course we also want to have a look and see what is so exciting about this wreck. So Viviane and Anna, still a little bit wet, hit the road. An endless 4km long road. Now we know how long such a distance feels, literally endless. Arriving at the plane, we are a little bit disappointed. Of course there are other people as well and a few american teenies think they have to throw a sit-in party on the plane and facetime with their moms while about 20 people are wating around until the ladies are done. Everyone wants to take a picture without Brandy Melville wearing Justin Bieber fans.

Now we are on our way to our last stop, to Thorsmörk and the Vulcano Huts. This is a endlessly long valley at the bottom of Eyjafjallajökull (the vulcan which errupted 2010 and shut down the european air traffic). Here we meet the F-Roads for the first time. These are a type of streets in Iceland and you are allowed to drive there with 4x4 cars only. Also, a F-Road can be everything from a well paved road to a river crossing something. In the beginning it was fine, but then we have to cross rivers every minute and we stop at a very large and deep one. We don't want to risk any engine damage so we stop and start a small hike from here. We are quite close to the glacier and the view is great anyway. For the next time I would definitely book a tour, it's more relaxing and you don't have to worry about the rivers and roads.




TAG 3 // Mit ebenso strammem Programm geht es am nächsten Tag direkt weiter. Unser erstes Ziel ist der Bruarfoss, der wohl blauste Wasserfall Islands. Dieser scheint nicht so sehr beliebt zu sein, wir sind weit und breit die einzigen. Dort hin zu kommen ist aber leider auch ein bisschen kompliziert doch nach einem kleinen Umweg und Dank Google schaffen wir es dann doch noch.

Auf dem Weg zum Gullfoss machen wir Halt gemacht um einen echten Geysir zu bewundern. Als wir ankommen, schart sich schon eine ganze Meute um besagten Geysir. Mit gezückten Handys und Kameras bereit um den jederzeit ausbrechenden Geysir einzufangen. Ich finde es aber gar nicht so toll, das was man sieht ist unterm Strich dann doch nur Wasser das hoch spritzt. Wow.
Nach unserem kurzen Stop fahren wir aber weiter zum Gullfoss. Dieser ist einer der größten Wasserfälle und mündet in einer 2,5km langen Schlucht. Wir sind fansziniert von den Wassermassen die in die Tiefe stürzen (ca 130 m³ pro Sekunde) und stellen fest, dass es wohl ein furchtbarer Tod wäre dort hinein zu fallen. Als wir später online erfahren, dass gut 10 Tage vorher tatsächlich ein Mann in den Wasserfall stürzte sind wir schockiert. Er wurde nie gefunden.

150km sind es bis zu unserem letzten Ziel: das Landmannalaugar. Der Weg dorthin führt über 50km F-Road. Das bedeutet, mit 25 km/h Schlaglöchern und Steinen ausweichen. Irgendwann macht das echt kein Spaß mehr und wir möchten nur noch ankommen. Als wir endlich den Parkplatz und den Campingplatz erreichen fängt es auch noch in Strömen an zu regnen. So haben wir das nicht geplant, trotzdem begeben wir uns auf eine Wanderung. Die Gegend steht unter Naturschutz und die Landschaft ist geprägt von den rötlich/braunen Bergen, aufsteigenden Schwefelwolken und Schneeresten. Wir haben das Gebiet trotzdem etwas unterschätzt und leider zu wenig Zeit eingeplant, sodass wir es nicht bis in die rot/orangenen Berge geschafft haben, die so bekannt sind. Island lehrt uns: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.


EN
DAY 3 // We start with another tight schedule the next day. Our first stop is again a waterfall Bruarfoss. It's said to be the bluest waterfall in Iceland but it doesn't seem like it's very popular, there literally no people. To get there is a bit complicated but with the help of Google we finally made it. We continue to see another waterfall but we stop by at a thermal area where you can see a geyser. I have to confess, it's not very exciting, in the end it's just splashing water.

After the short stop we arrive at Gullfoss waterfall. It's one of the biggest waterfalls which ends in a 2,5km long canyon. We are fascinated by the mass of water falling (ca 130 m³ per second) and determine, it would be a horrible death to fall in there. Later we see online, that a guy fell in the waterfall 10 days ago, his body was never found.

We drive 150km to our next destination: Landmannalaugar. The route includes 50km F-Road and it means driving 25 km/h and trying to avoid potholes. At some point we are super annoyed and just want to arrive. When we reach the parking area and the camping site it starts pouring rain and our motivation level is sinking every minute. We start a hike anyway. The whole area is a natural reserve  and characterized by the red/orange mountains, soaring sulphur clouds and snow leftovers. But we underestimated the area and planned not enough time to reach the characteristic mountains.



TAG 4 // Noch früher als sonst packen wir unsere Koffer um nach Djupivogur an die Ostfjorde zu fahren. Auch der heutige Tag ist vollgepackt mit Programm und unser erstes Ziel ist eine Stunde entfernt. Um kurz nach 8 stehen wir also auf einem riesigen Felsen und bestaunen Dyrholaey was auf isländisch so viel wie 'Türlochinsel' bedeutet - wahnsinnig kreativ. Außer uns steht ein weiteres Auto auf dem Parkplatz und wir erschrecken als wir zwei schlafende Leute drinnen entdecken. Bei strahlendem Sonnenschein bestaunen wir den weiten Blick den man von hier hat. Man sieht den wolkenverhangenen Gletscher und Berge, die aussehen, als wären sie auf die flache Landschaft vom Himmel gefallen. Wir fahren weiter und als wir den schwarzen Strand bei Vik erreichen sind auch die letzten Touristen schon aus ihren Betten gekrochen und wir parken neben den ersten Reisebussen. Die Felsformationen sind wirklich beeindruckend und wohl häufig auf Island zu finden. Der Architekt der 'Hallgrimskirkja', die größte Kirche Islands in Reykjavik, hat sich bei der Fassadengestaltung von der vertikalen Ausprägung inspirieren lassen.
Weiter östlich halten wir um dem Canyon Fjaðrárgljúfur zu besuchen. Mittlerweile wurde hier sogar eine Plattform gebaut um jedem und gefahrlos den tollen Blick zu ermöglichen. Diesen Stopp kann man wirklich jedem empfehlen, da er quasi direkt an der Ring Road liegt und wirklich fantastisch ist. Hier machen wir eine kleine Mittagspause und fahren weiter zu unserem Tagesziel, der Gletschelagune 'Jökulsarlon' im Osten der Insel.

Allgemein befinden sich an der Südküste die meisten 'Touristenmagnete' und das haben wir auch deutlich gespürt, irgendwann war es Standard sich über jeden Reisbus aufzuregen der uns über den Weg kam. Doch es wird immer weniger je weiter östlich man fährt und die Gletscherlagune ist so ziemlich der letzte Spot.

Wir hatten bereits im Voraus eine Bootstour gebucht. Als wir ankommen werden wir erstmal in dicke Anzüge und Schwimmwesten gesteckt und finden uns kurz später in einem Boot wieder. In die Gletcherlagune 'Jökulsarlon' mündet die eine Gletscherzunge des Vatnajökul, des größten Gletschers Islands im Südwesten der Insel. Der Gletscher gibt permanent Eisberge aus den untersten Schichten an die Lagune ab. Daher ist das Eis in der Lagune über 800 Jahre alt und durch den Druck des Gletschers extrem dicht und viel kälter als normales Eis. Unser Guide erzählt uns, dass sich die Lagune ständig verändert und immer anders aussieht. Die Eisberge selbst haben ganz unterschiedliche Verfärbungen, manche sehr blau, andere durchziehen grau/schwarze Asche und Steinschichten von Vulkanausbrüchen. Nach einer Stunde ist die Tour zu Ende und wir sind extrem begeistert. Auf jeden Fall ist das eines unserer Highlights der ganzen Reise.


EN
DAY 4 // We leave even earlier than the days before to drive to Djupivogur at the Eastfjords. Our first stop is an hour away. At 8am we are standing on a huge rock and see Dyrholaey. Beside us there is just one more car in the parking area and we discover two sleeping guys in there. We walk around the sunny site and gaze the amazing view. We continue to Vik to visit the black beach. By this time even the most tired tourist left his bed so we park next to tourist busses. The rocky walls are very impressive
and you can find these multiple times in Iceland. The architect of 'Hallgrimskirkja', Iceland's largest church in Reykjavik, designed the facade taking these rocks as example.
On our way to the glacier lagoon we stop by to have lunch and to visit the canyon Fjaðrárgljúfur. Now there is even a platform to have a safe view. Since the canyon is literally next to the ring road everybody should take a look, it's very impressive.
The last destination is Jökulsarlon, the glacier lagoon of Vatnajökul, Iceland's largest glacier. We booked a boat tour in advance so we get tucked in thick suits and start our tour with a group of americans. The glacier provides the lagoon with new icebergs permantely. The icebergs come from the lowest layers of the glacier so they are over 800 years old and the ice is very packed. The guide tells us the lagoon is changing all the time and it always looks different. The icebergs look very different, some are blue, others have layers of black and grey from previous vulcano erruptions. After an hour, the tour is over and we are impressed. This tour is definitely one of our highlights.


Special thanks to Lagoon Car Rental for providing us with one of their cars!

3 comments:

  1. Was für unglaubliche Eindrücke! Island ist einfach sooooo facettenreich und faszinierend! Eine tolle Reise *-*
    Liebst Kathi
    www.meetthehappygirl.com

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